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FIlmkritik

Portae Infernales (2019)

Manchmal macht es das Leben einen einfach. Auf der Suche nach dem, was man schauen könnte, durchstreift man die Streaminganbieter, weil man gerade zu faul ist, aufzustehen und sich seiner Filmsammlung zu widmen. So stößt man auf etwas Neues. Wie hier bei Portae Infernales, ein Anthologiefilm. Dabei ist einer der drei Regisseur hier schon mal vertreten gewesen. Vor über fünf Jahren erschien hier die Review zu Absolutio- Erlösung im Blut von Philip Lilienschwarz, der danach das Drehbuch für das Blood Feast Remake von Marcel Walz schrieb. Die anderen beiden Regisseure Herbert Gantner und Markus Wimberger, sind da wohl die unbekannteren. Was erwartet uns nun bei diesem Horrorfilm?

Inhumanity

Die erste der drei Geschichten. Regisseur Herbert Gantner nimmt uns mit in das innerste eines Menschen, der Rache will. Er wurde gepeinigt und das Leben ist nicht gut zu ihm. Er flüchtet sich in Fantasien und die Realität verschwimmt. So kann man sich als Zuschauer nie sicher sein, was nun echt ist und was nur Fantasie. Dabei lässt man sich Zeit und arbeitet die Figuren aus. Man lässt Kaj sogar etwas Glück haben. So verlaufen die Leben der beiden Hauptfiguren an einem Punkt zusammen. Das bedeutet für uns Zuschauer auch, dass man sich vorher fragt, was haben die beiden Figuren nun miteinander zu tun. Die Auflösung und der Twist sind dann untypisch und am Ende ist da immer noch die Frage, was ist Fiktion und was ist Wirklichkeit?

Man merkt hier schon, dass vor und hinter der Kamera Menschen gearbeitet haben, welche etwas von ihrem Fach verstehen. Man sieht es und hört es bei Schauspiel und auch bei den Bildern. Denn alles wirkt ruhig eingefangen. Die paar Momenten mit Splattereffekte sind gut gemacht. Nur sollte man hier kein Schlachtfest erwarten bei Inhumanity. Es geht hier mehr um Gefühle und Gedanken der Figuren und wie sie die Welt sehen. Es ist eine düstere Welt, welche man hier uns dem Zuschauer zeigt.

Die Bruderschaft des östlichen Tores

Geschichte Nummer zwei oder besser gesagt Kurzfilm Nummer zwei. Denn Die Bruderschaft des östlichen Tores gibt es auch einzeln außerhalb von Portae Infernales, sagt jedenfalls die IMBb. Regisseur Markus Wimberger hat hier mit Helmut Berger auch einen bekannten deutschen Schauspieler in einer kleinen Rolle besetzt. So kann man damit gut Werben und zieht Leute an. Jedenfalls hat man es bei diesem Werk mit einem sehr genretypischen Film zu tun. Es geht um Okkultismus und Verbindungen. Dazu auch die Suche nach der verschwundenen Schwester. Das erzählt man in 40 Minuten. Also Zuschauer muss man hier dann schon genau aufpassen.

Auch sollte man nicht auf viel Gewalt hoffen. Wer also bis jetzt denkt, er bekommt ein Schlachtfest geboten, liegt falsch. Man nimmt sich Zeit für die Figuren und die Handlung, welche schon kritisch mit Universitäten und Bruderschaften umgehen. Leichte Sozialkritik ist vorhanden, vor allem wenn sich eine Studentin Beschwerde über ein Professor und es einfach vom Dekan ignoriert wird. Optisch bekommt auch wieder ein gut gefilmten Streifen geboten. Die Ausleuchtung in dem Keller bei der schwarzen Messer ist zwar typisch Blau. Also das Licht leuchte Blau von der rechten Seite. Doch es reicht und schafft etwas Atmosphäre. Auch die Rolle von Sabrina Arnds passt in die Geschichte. Als Spielfilm hätte man hier und da sicherlich noch einiges Ausbauen können. Dennoch funktioniert es auch so gut.

Agonia

Der Abschluss des Anthologyfilms. Mit Agonia bekommt man dann den härtesten der drei geboten. Philip Lilienschwarz erzählt hier am Anfang noch eine sehr typische Geschichte über Folter und Misshandlung. Schnell kommen da aber neue Ebenen hinzu. Die Freundin sucht nach ihrer Liebsten und auch eine weitere Wendung ist drin, welche etwas Übernatürliches in die Story bringt.

Hier geht es nicht zimperlich zur Sache. Agonia war vorher auch schon ein Kurzfilm. Hier und da sind es derbe Gewaltspitzen, die zum Vorschein kommen. Dabei versucht der Film diese Momente so schonungslos zu zeigen und ist auch sehr explizit in der Gewaltdarstellung. Man erotisiert nichts und das Leiden von Lisa wird als schmerzhaft und brutal dargestellt. Wir leiden mit als Zuschauer.

Am Ende versucht man dann alles noch zu Verbinden, was nicht nötig gewesen wär.

Fazit:

Portae Infernales hebt sich deutlich von der überschaubaren Masse der deutschsprachigen Genreproduktionen ab und biete drei düstere Geschichten, die tief abtauchen in die Psyche des Menschen und uns das Böse zeigen.

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